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01.09.2009 - Historie, Personen, Vermischtes:

Erster 'Stolperstein' Lohmars an der Hauptstraße gesetzt

Gunter Demnig (links) und Herbert Döring-Spengler bei der Verlegung des Steins

Der neue "Stolperstein"

Der Künstler Gunter Demnig, der für die Verlegung der "Stolpersteine" zur Aufrechterhaltung der Erinnerung an vertriebene, deportierte, ermorderte oder in den Freitod getriebene Opfer des Nationalsozialismus verantwortlich zeichnet, hat am Sonntag den ersten Stein in Lohmar gesetzt. Den Fall des bislang einzig bekannten Falles im Stadtgebiet hat der örtliche Künstler Herbert Döring-Spengler angeregt. Durch Nachforschungen und Gespräche konnten die näheren Umstände seines Schicksals ermittelt werden :

Es handelt sich um Ernst Hoffmann, der 1891 in Lohmar geboren wurde und in den Kriegsjahren in die Niederlande flüchtete. Von hier wurde er jedoch in das Konzentrationslager ins heute in Polen gelegene Ausschwitz verschleppt. Obwohl er dort beim Vormasch der alliierten Truppen befreit wurde und die Gefangenschaft überlebte, starb er an den Folgen der vorherigen Behandlung.

Gunter Demnig arbeitete den goldenen "Stolperstein" in Anwesenheit von Bürgermeister Wolfgang Röger und Landtagsmitglied Horst Becker in den Gehweg der Hauptstraße nahe der Einmündung der Bachstraße ein. Auf dem angrenzenden Grundstück wohnte die Familie von Ernst Hoffmann, die vormals hier eine Metzgerei betrieb. Mittlerweile erinnern Gedenksteine in mehr als 480 Orten in Deutschland sowie benachbarten Staaten an Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. (cs)