26.12.2016 - Politik, Baumaßnahmen, Recht:
Grünes Licht für Flughafen-Funkmast oberhalb des Sülztals

Blick von Feienberg in Richtung Meigerhof, links der Bauplatz - (Archivfoto)
Mehrheitlich aufgegeben hat der Stadtentwicklungs-Ausschuß vor kurzem seine ablehnende Haltung zur Errichtung einer Flugfunk-Empfangsstation auf dem Höhenrücken östlich des Sülztals zwischen den Weilern Meigerhof und Feienberg. Die 'Deutsche Flugsicherung' (DFS) hatte den Bau eines 30 Meter hohen Betonmastes mit aufgesetzter 14 Meter-Antenne an dieser Stelle beantragt, um die Funkverständigung zwischen dem Tower und im Anflug auf sowie Abflug von Köln / Bonn befindlichen Maschinen zu verbessern.
Mehrfach seit Mai 2015 hatte der Stadtentwicklungs-Ausschuß den Antrag der 'DFS' auf einen positiven Vorbescheid zum Bau abgelehnt, weil man verträglichere Standorte auf Rösrather und Troisdorfer Stadtgebiet jenseits der Autobahn für geeigneter hielt. Hierzu wurden sogar konkrete Vorschläge gemacht. Die 'DFS' lehnte nach Untersuchung von mehr als zehn Stellen jedoch alle Alternativen aus technischen Gründen ab. Die Kreisverwaltung erteilte zudem Standorten im Naturschutzgebiet Wahner Heide aus Gründen des Landschaftsschutzes eine Absage, weil am Meigerhof in Lohmar ein diesbezüglich zulässiger Bauplatz vorhanden sei.
Während die 'Bündnis 90 / Grünen' bei ihrer Ablehnung blieben, weil man keine ernsthafte Inbetrachtziehung anderer Standorte erkennen konnte, schwenkte die CDU-Fraktion aus gleichen Gründen um. Trotz Bedenken bezüglich der technischen Notwendigkeit dieses konkreten Bauplatzes sah man keine Aussicht, daß die 'DFS' noch einlenkt. Die SPD, die den Weg der Ablehnung zuvor "aus Solidarität mitgegangen, aber von Beginn anderer Meinung gewesen" sei, komplettierte die Mehrheit für den Vorschlag der Stadtverwaltung für die nun erfolgte Zustimmung zum Bauvorhaben.
Meldung vom 01.06.2015 zum Thema :
'Deutsche Flugsicherung' plant Funkmast bei Feienberg

Blick vom Meigerhof in Richtung Feienberg, in Bildmitte der geplante Standort
Der Stadtentwicklungs-Ausschuß beschäftigte sich in der vergangenen Woche mit einem geplanten Funkmast, der westlich von Scheiderhöhe am Rande des Sülztals errichtet werden soll. Dies zumindest ist das Vorhaben der 'Deutsche Flugsicherung GmbH' (DFS), die den Luftverkehr im gesamten Bundesgebiet überwacht. Bei dem Funkmast soll es sich ausdrücklich nicht um einen Sendemast mit entsprechender Abstrahlung elektromagnetischer Wellen, sondern um einen reinen Empfangsmast handeln. Er soll der Kommunikation zwischen den Fluglotsen und den Piloten sowohl im An- und Abflug auf Köln / Bonn als auch im unteren Luftraum bis zu 7.500 Metern dienen.
Mit seiner Errichtung will die 'DFS' eine EU-Vorgabe umsetzen, die die europaweite Einführung eines neuen Frequenzrasters im Flugfunk vorsieht. Aus Gründen gestiegener Sicherheits-Anforderungen müßten die Sende- und Empfangsstationen räumlich getrennt werden. Während der Sender auf dem Tower des Flughafens verbleibt, müsse für die Empfangsstation ein neuer Standort gefunden werden. Dieser müsse zur Verhinderung von Intermodulations-Störungen einen Abstand von mindestens drei Kilometern, zur Abdeckung des gleichen Luftraumsektors von höchstens acht Kilometern zur Sendestation aufweisen. Dazu ist eine ausreichende Höhenlage ebenso notwendig wie eine Sichtverbindung zu den Landebahnen des Flughafens. Im Umkreis von 300 Metern dürfen keine Hindernisse von mehr als 30 Metern Höhe existieren.

Visualisierung des geplanten Funkmastes - Sicht von der Kreuzung der Landesstraße 288 eingangs des Gewerbegebietes an der Burg Sülz
Zwei alternative Standorte des Funkmastes seien aufgrund der genannten Kriterien verworfen worden, so daß der nun präferierte Standort zwischen Feienberg und dem Meigerhof unmittelbar an der Straße zwischen Meigermühle und Scheiderhöhe verblieb. Während zunächst zwei Masten vorgesehen waren, ist nun nur noch einer geplant. Er soll eine Bauhöhe von 44 Metern erreichen, wovon rund 30 Meter auf einen Mast aus Schleuderbeton entfallen, auf dem die eigentliche rot-weiß lackierte Antenne steht. Die Höhe der Mastspitze über dem Meeresspiegel (Normalnull) beläuft sich auf 188 Meter. Dazu kommt am Fuß des Mastes ein 3,40 Meter hoher, 12 mal 4 Meter großer Container zur Unterbringung der Technik.
Die Ausschuß-Mitglieder konnten sich mit dem Standort noch nicht anfreunden. Vor einer Entscheidung wird der Besuch eines Vertreters der 'DFS' zur Klärung weiterer Fragen gewünscht. (cs)





