Standortnavigation
Sie sind hier: lohmar.info > Berichte > Berichte 2026 > Löschwasser-Konzept

- Löschwasser-Entnahme mittels Standrohr aus einem Hydranten
Löschwasser-Konzept für das Lohmarer Stadtgebiet vorgestellt
Die Stadtverwaltung hat ein langfristiges, auf fünf Jahre angesetztes Projekt zur Sicherstellung einer bedarfsgerechten Löschwasser-Versorgung im Stadtgebiet aufgelegt. Beteiligt sind verschiedene Ämter, die Feuerwehr, die Stadtwerke und externe Stellen wie Ingenieurbüro oder Technik-Dienstleister. Ziel ist eine gesteigerte Sicherheit der Bevölkerung, auch vor dem Hintergrund von Trockenperioden infolge des Klimawandels und gestiegener Bedarfe durch Neubauprojekte.
Die Handlungsempfehlungen der Projektbeteiligten zum vorbeugenden Brandschutz sollen "wirtschaftlich durchsetzbar, technisch realisierbar und rechtlich belastbar" sein, so das Planungsziel. Ein halbes Jahr nach Beginn der Bestandsaufnahme mit einem Soll-Ist-Abgleich wurden erste Zwischenergebnisse im zuständigen Haupt-Ausschuss vorgestellt.
Demnach seien die "im Zusammenhang bebauten Ortsteile" mit der Zielgröße von mindestens 48 Kubikmetern Löschwasser pro Stunde, teils mit der doppelten, vereinzelt auch mit der vierfachen Menge aus dem Trinkwasser-Netz abgedeckt. Bei der Erhebung wurde aber festgestellt, daß die Löschwasser-Versorgung in Teilen des Stadtgebiets noch nicht dem angestrebten Ausbaustandard entspricht. Die Unterversorgung kann durch Druck- oder Mengen-Defizite, hydraulische Engpässe oder eine unzureichende Hydranten-Dichte begründet sein.
Drei davon betroffene Gebiete wurden bereits konkret benannt. Es sind der Scheiderhöher Rücken von Wielpütz bis Durbusch, der Breidter Rücken und die 'Buchbitze' in Lohmar-Ort. Als Maßnahmen zur Verbesserung werden Trinkwassernetz-Verstärkungen oder -Umstrukturierungen, Änderungen der Leitungs-Dimensionierung, zusätzliche Hydranten-Standorte und alternative Löschwasser-Entnahmestellen geplant. Darüber hinaus werden kurzfristig wirksame Maßnahmen getroffen :

- ehemaliger Trinkwasser-Hochbehälter im Süden von Scheiderhöhe
So übernimmt die Stadt einen nicht mehr benötigten Trinkwasser-Hochbehälter in Scheiderhöhe von den Lohmarer Stadtwerken. Sein Speichervolumen von insgesamt 500.000 Litern Wasser, aufgeteilt in zwei Tanks, soll als Saugstelle genutzt werden und ab Mitte Juni einsatzbereit sein. Von hier aus können Einsatzorte an Liegenschaften in Scheiderhöhe und Wielpütz über Schlauchleitungen angebunden werden.
Für den räumlich flexiblen Einsatz war bereits im vergangenen Jahr ein Wechsellader-Fahrzeug für die Feuerwehr bestellt worden. Von Straßenbaustellen sind solche LKW mit abrollbaren Mulden bekannt, die Feuerwehr erhält dagegen abrollbare Tankbehälter. In einem Pendelverkehr zwischen Wasser-Entnahmestelle und Einsatzort kann die Löschwasser-Versorgung so aufrechterhalten werden.

- angemieteter Sattelzug mit Löschwasser-Vorrat
Da sich die Lieferung des Spezialfahrzeugs bis Ende des Jahres verzögert, wurde eine weitere Sofortmaßnahme getroffen. Ein angemieteter Sattelzug mit einem Siloauflieger, der früher dem Tierfutter-Transport diente, wurde zu einem Löschwasser-Tankwagen mit genormter Entnahme-Einrichtung umgebaut. Das bereits befüllte Fahrzeug mit einem nutzbaren Volumen von 28.000 Litern steht am Gerätehaus in Scheiderhöhe für Einsätze im ganzen Stadtgebiet bereit. Zum Vergleich : übliche Löschfahrzeuge besitzen Tanks von 2.000 bis 5.000 Litern Volumen.

- Wendehammer am Ende der 'Buchbitze' in Lohmar-Ort
Im Falle der 'Buchbitze', der 800 Meter langen schmalen Sackgasse, die vom Mühlenweg im Lohmarer Zentrum abzweigt, ist ein ungewöhnlicher Schritt zur Verbesserung der Situation vorgesehen. So wurde ein ausgemusterter Wassertank-Anhänger der Flughafen-Feuerwehr angemietet. Mit einem Fassungsvermögen von 40.000 Litern lässt er sich gefüllt nicht über öffentliche Straßen bewegen.
Der Anhänger soll daher in Kürze stationär in einer vom Wendehammer am Ende der 'Buchbitze' abzweigenden Einbuchtung plaziert und befüllt werden. Im Bedarfsfall kann er von den Wehrleuten angezapft werden, um einen etwaigen Einsatzort entlang der Straße über eine verlegte Schlauchleitung mit Löschwasser versorgen zu können. Langfristige Lösungen würden derzeit geprüft, denkbar seien ein stationärer Löschwasser-Behälter oder der Bau eines Förderbrunnens.
Eine nicht ausreichende Löschwasser-Versorgung könne auch Auswirkungen auf die Erteilung von Baugenehmigungen haben. Dies sei bislang aber nicht der Fall gewesen, so die Verwaltung. Bei größeren Bauvorhaben - wie dem noch jungen Wohnkomplex an der Bundesstraße 56 im Norden von Birk - gab es aber bereits Auflagen zum Bau von Löschwassertanks. In diesem Beispiel wurden zwei mächtige Kunststoff-Behältnisse im Boden versenkt und befüllt, die im Ernstfall genutzt werden können. (cs)

- Einbau von Löschwassertanks beim Neubauprojekt an der B 56 in Birk

- angemieteter Sattelzug zur Löschwasser-Versorgung





