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In der vergangenen Nacht ist es bei Neuhonrath zu einem ungewöhnlichen Verkehrsunfall gekommen, dem sich eine aufwendige Suchaktion in einem Waldgebiet anschloss. Seinen Ausgang nahm das Geschehen, als eine Autofahrerin kurz vor 1 Uhr den Notruf wählte, um zu melden, daß sie verunfallt sei. Für nähere Angaben, die für die Rettungskette notwendig sind, sei sie laut Polizei dann nicht mehr zu erreichen gewesen. Zum Glück konnte ihr Telefon geortet werden, so daß der Unfallort räumlich eingeordnet werden konnte.
Der Löschzug Wahlscheid der Freiwilligen Feuerwehr konnte das von der Straße praktisch kaum einsehbare Fahrzeug an einem Waldweg abseits der Kreisstraße 16 in Höhe der Ortslage Grünenborn ausfindig machen. Der Spurenlage nach war der 'Ford Fiesta' bei der Bergauffahrt von Neuhonrath zur Landesstraße 84 durch eine Lücke in der Leitplanke auf den stark abschüssigen schmalen Waldweg geraten. Nach 45 Metern auf dem komplett laubbedeckten Weg war der Kleinwagen frontal gegen einen mächtigen Baum geprallt. Glücklicherweise war er nicht in den tiefen Siefen gestürzt.
Nicht angetroffen werden konnte allerdings die Fahrerin. Mit Leuchten machten sich die Wehrleute sowie Polizeibeamtinnen und -beamte daran, das Waldgebiet mit seiner herausfordernden Topographie abzusuchen. Es handelt sich um einen langgestreckten Siefen mit einem tiefen Einschnitt und entsprechend steilen Hängen. Zunächst blieb die Suche jedoch ohne das gewünschte Ergebnis.
Zwischenzeitlich war die mit einer Wärmebildkamera ausgestattete Drohne der Feuerwehr am Einsatzort eingetroffen. Auf deren Start wurde jedoch verzichtet, weil ein Polizeihubschrauber mit ebensolcher Ausstattung im Anflug war. Aus der Luft konnte tatsächlich schon nach kurzer Zeit eine Person im Wald ausfindig gemacht werden. Eine knappe Stunde blieb der Helikopter mit seinem Suchscheinwerfer in Position, um die Einsatzkräfte am Boden zu der Stelle zu führen und den Ort weiterhin auszuleuchten.
Nach Angaben der Polizei wurde die vermisste Frau an einem Bachlauf sitzend aufgefunden. Sie war ansprechbar, hätte zuvor auf Rufe aber nicht reagiert. Zudem hätten sich ihre Füße im Wasser befunden, wodurch sie sich eine Unterkühlung zugezogen hatte. In einer Schleifkorbtrage liegend wurde die Frau, eine 68-jährige Neunkirchen-Seelscheiderin, aus dem tiefen Siefen durch anspruchsvolles Gelände hoch zur Straße gebracht, bevor sie zum Krankenhaus nach Siegburg gefahren wurde.
Zahlreiche Fragen blieben vor Ort offen : Warum war das Fahrzeug auf fast gerader Strecke von der Kreisstraße abgekommen ? Warum war die Fahrerin statt zurück zur Straße - trotz der Dunkelheit - tief in den Siefen gelaufen ? Und warum hatte sie weder auf Telefonanrufe noch auf die Rufe der Helfer reagiert, um sich bemerkbar zu machen ? Ohne den ursprünglichen Notruf der Frau wäre der Unfall in der Nacht wohl unbemerkt geblieben - mit möglicherweise drastischen Folgen.
Seitens der Polizei waren mehr als zehn Beamtinnen und Beamte, von der Feuerwehr 20 Wehrleute an der Suche beteiligt. Zur Aufstellung der rund zehn Einsatzfahrzeuge blieb die Kreisstraße 16 zwischen Neuhonrath und Grünenborn zwischen 1 Uhr und 4 Uhr voll gesperrt. Am heutigen Vormittag ist mit einer weiteren, zumindest kurzzeitigen Sperrung zu rechnen, da die Bergung des verunfallten Fahrzeugs erst bei Tageslicht erfolgen soll. (cs)
(weitere Fotos folgen)






