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Am heutigen Vormittag kam es zu einem Brand in der am Ortsrand von Scheiderhöhe gelegenen Wohnanlage für Asylbewerber und Flüchtlinge. Gegen 11.10 Uhr wurde eine Vielzahl von Rettungskräften alarmiert. Neben einem Stadtalarm für alle fünf Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr wurden vorsorglich Kräfte für einen sogenannten Massenanfall von Verletzten entsandt.
Bei Eintreffen der Kräfte an der unmittelbar neben dem Scheiderhöher Feuerwehr-Gerätehaus plazierten Unterkunft standen mehrere Räume im Erd- und Obergeschoss im Vollbrand. Bei der zweigeschossigen Wohnanlage handelt es sich um ein Gebäude in Modulbauweise, das vor der Errichtung im Sommer 2016 in Lohmar als Kindergarten im niederländischen Coevorden diente.

- Blick über das Aggertal : eine Rauchsäule zieht von Scheiderhöhe nach Norden
Zunächst war unklar, ob sich schon alle dort untergebrachten Personen in Sicherheit gebracht hatten, was aber der Fall war. 17 Menschen bewohnten die Anlage derzeit, von denen zum Zeitpunkt des Brandausbruchs jedoch nur zehn anwesend waren. Sie wurden zur Betreuung und Sichtung durch den Rettungsdienst, der unter anderem mit drei Notärzten und sieben Rettungswagen im Einsatz war, ins Feuerwehrhaus geführt.
Währenddessen gingen die Wehrleute im Innen- und Außenangriff gegen den Brand vor. Um die Flammen auch vom benachbarten Feld aus löschen zu können, wurden Teile der ohnehin zerstörten Außenfasse aufgesägt und heruntergerissen. Schon nach wenigen Minuten konnte das Feuer unter Kontrolle gebracht werden. Nachlöscharbeiten dauerten noch länger an. Mehrere Waschmaschinen wurden ins Freie gezogen und abgelöscht.

- Gelöscht wurde auch vom angrenzenden Feld aus
Dem Spurenbild nach war es auch eine Gemeinschafts-Waschküche im Erdgeschoss, von der der Brand ausging. Offenbar hatten sich die Flammen von dort ins Obergeschoß gefressen, wo mehrere Wohnräume betroffen waren. Mindestens zwei Räume brannten komplett aus, weitere wurden beschädigt. Zudem hatte sich Brandruß in beiden Etagen ausgedehnt und an Wänden, Decken und Einrichtungs-Gegenständen niedergeschlagen.
Von den zehn anwesenden Bewohnerinnen und Bewohnern wurden nach ärztlicher Kontrolle fünf als leicht verletzt eingeschätzt, weil sie giftige Rauchgase eingeatmet hatten. Soweit bekannt, wurden mehrere auch zur Weiterbehandlung zu Krankenhäusern gebracht.

- Blick durch die geöffnete Außenwand in die ausgebrannte Waschküche
Der schwer beschädigte zweigeschossige Modulbau wird wohl nicht mehr hergerichtet werden können, so eine erste Einschätzung der Stadtverwaltung. Für die Bewohner gebe es aktuell noch freie Kapazitäten an anderen Stellen, so zu Beispiel in der Containeranlage nahe des Birker Sportplatzes.
Während der mehrstündigen Rettungs- und Löscharbeiten in Scheiderhöhe musste die Landesstraße 84 als Aufstellfläche für die weit über zwanzig Einsatzfahrzeuge voll gesperrt werden. Auch der abzweigende Ast der Scheiderhöher Straße war blockiert. Hier hatte die Hygiene-Einheit der Feuerwehr ihre Zelte aufgebaut, um die aus dem Einsatz kommenden Wehrleute mit frischer Kleidung auszustatten. Insgesamt waren rund 70 Kräfte in die Lösch- und Rettungsarbeiten eingebunden.
Kurz nach dem Abschluss der Löscharbeiten nahmen Brandsachverständige der Kriminalpolizei bereits ihre Ermittlungen zur Bestimmung der Brandursache auf. Ergebnisse liegen natürlich noch nicht vor. Aufgrund des mutmaßlichen Ausbruchs des Feuers in der Waschküche gilt ein technischer Defekt als nicht unwahrscheinlich. (cs)




















