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Eine Information des 'Kunstkreis LohmART' : Wenn ein Papst einer blauen Kuh davontanzt, dann geht's um mehr als Blues. Vergangenen Sonntag drängten sich die Besucher in der Kunsthalle in Scheiderhöhe zur Eröffnung der diesjährigen Mitglieder-Ausstellung des Kunstkreises 'LohmART'. Wer bei dem gewählten Thema "Blues ist nicht gleich Blues" vor allem Tristesse erwartet hat, wurde positiv überrascht.
Denn die 'LohmART'-Mitglieder haben alle Register der bildenden Kunst gezogen, um ganz viele Facetten des Blues zu zeigen. Dabei gingen die 14 Künstler/innen sowohl auf die musikalische Seite des Themas, als auch auf die damit allgemein verbundenen mentalen Stimmungen und die Farbe Blau ein. Ihre Kreativität belohnten die Besucher mit einem allseitig zusagenden Feedback.
Schon im Vorraum zur Halle weist Wilfried Vonderbank mit seiner Installation "Blood and Blues" auf den Ursprung des Blues und die schwierigen Bedingungen der ersten afro-amerikanischen Musiker in der Zeit der Sklaverei im Süden der USA hin. Ihre Instrumente spielen nicht nur in seinen Holzskulpturen eine Rolle, sondern auch in den in der Halle präsentierten Bildern von Dorothea Deparade-Bessel und Astrid Pratsch. Beide schufen zudem mystische Landschaftsbilder, die die Gedanken schweifen lassen.
In die Ferne zieht den Betrachter auch der Blick von Irmingard Geberts "Hanna", die vor einer mondbeschienenen blauen See steht. Geradezu philosophisch muten ihre Kleinplastiken an wie zum Beispiel die "Optionen" mit dem Baum, der zur fundamentalen Wahl zwischen Strick oder Schaukel zwingt. Dagegen hat die Holzskulptur "Babel" von Wilfried Vonderbank einen biblischen Bezug. Wiederum an die Anfangszeit des Blues erinnert das vor dunklem Himmel gemalte "Baumwollfeld" von Ulrike Malsbender-Felder.
Gegenständlich sind auch die Bilder von Heidi Landgraf, die den morbiden Charme alter Hausfassaden vermitteln. Ganz abstrakt reflektieren die Bilder von Ulrike Harter mit ihren unterschiedlichen Farbräumen verschiedene Stimmungen. Einen körperlichen Ausdruck für Niedergeschlagenheit haben Susanne Jonas-Wenrich in ihrer Kleinplastik und Wilfried Vonderbank in seiner Drahtfigur gefunden. Gefühle von Sehnsucht und Melancholie haben Thea Wersdörfer in ihren Holzfiguren und Annegret Boddenberg in ihren filigranen Tonfiguren eingefangen.
Die Farbe Blau bestimmt das Bild einer Kuh von Susanne Jonas-Wenrich, die den Betrachter mit fast hypnotischem Blick fesselt. Ebenfalls mit Blautönen spielt Renate Martinsdorf-Henrici in ihrem Bild aus vielen kleinen Origami-Objekten. Dagegen setzt Martina Furk mit ihrer Grafik, die auf eine "rosa Wolke" lockt, einen Kontrapunkt zur Farbe Blau. Das gilt auch für die in Orange-Rot-Tönen gehaltene Grafik "Schicksal" von Heidrun Wettengl auf einer Plane, die zur Selbstbehauptung in der Verzweiflung auffordert.
Andere Werke nahmen Texte als Ausgangspunkt. So hat Martina Furk in ihren Collagen Textschnipsel zu Aussagen verarbeitet. Von der Textzeile "Put on your red Shoes and dance the Blues" aus einem Song von David Bowie ließen sich gleich zwei Künstlerinnen inspirieren. In Anlehnung an die Kritik des Songs an den Verführungen der Zivilisation drapierte Renate Martinsdorf-Henrici auf einem sich drehenden Spiegel rote Tanzschuhe aus Papiermaché auf schweren Steinen.
Heidrun Wettengl regte die genannte Textzeile zu ihrer satirischen Fotoarbeit an, in der sie einen Papst mit roten Stöckelschuhen über einen ehrwürdigen Flur davontanzen lässt. Den lebendigen Schwung des Blues fängt auch Christine Hühne in ansteckender Weise in ihrem Bild von zwei Musikern ein. So kann man den Herbst-Blues bewältigen !
Wer sich davon selbst einen Eindruck mach will, kann die Ausstellung noch am Sonntag (05.10.) von 11 von 17 Uhr besuchen. Der Eintritt ist frei ! weitere Informationen unter
www.lohmart.eu












