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Grundschule erhält ein Zeltdach - Spendenkonto eingerichtet

Portraitfoto des Schulleiters
Schulleiter Werner Küffner berichtete am Dienstag in der Sitzung des städtischen Haupt- und Finanzauschusses

Nur wenige Tage nach dem Großbrand in Neuhonrath sind die Weichen für die Zukunft der Grundschule gestellt. Wie bereits berichtet, kommen die Klassen des 1. und 2. Schuljahres für die nächsten Wochen im unbeschädigten Nebengebäude der Offenen Ganztagsschule (OGTS) unter, die des 3. und 4. Schuljahres im 5. Bauabschnitt des Schulzentrums im Donrather Dreieck. Die Schulverwaltung, deren Unterlagen weitgehend unbeschadet sind, wurde ebenfalls im OGTS-Gebäude eingerichtet. Auch weiteres Inventar aus der Brandruine ist noch brauchbar. So können die Möbel des Erdgeschosses nach einer Reinigung weitergenutzt werden. Auch das ebenfalls noch recht neuen Mobiliar des 1. Obergeschosses ist noch verwendbar, es muß allerdings einer intensiven Brandreinigung unterzogen werden.

Weniger gute Nachrichten gibt es im Bezug auf die Bücher und Unterrichtsmaterialien, die Brand- oder Wasserschäden erlitten. Sie werden auf Kosten der Versicherung neubeschafft. Die neuen Bücher sollen bereits Anfang kommender Woche eintreffen. Zur genauen Ermittlung des Schadens wird ein sogenanntes Raumbuch für das Inventar jedes einzelnen Klassenraums erstellt. Schwerer wiegt der Verlust vieler über die Jahre zusammengetragenen oder auch individuell erstellter Materialien und Sammlungen, die nicht einfach wiederbeschafft werden können. Nicht versichert waren persönliche Dinge wie private Turnbeutel oder Bücher der Kinder. Weil gerade eine Projektwoche zur Leseförderung lief, waren eigens viele Materialien in die Klassen mitgebracht worden.

Zur Deckung dieser Verluste haben Schulverwaltung und Förderverein ein Spendenkonto eingerichtet und hoffen auf das Mitgefühl und die Unterstützung der Bevölkerung. Die Kontodaten lauten wie folgt :

Kontoinhaber :  Förderverein der GGS Wahlscheid e.V.
Geldinstitut :  Kreissparkasse Köln
Bankleitzahl :  370 502 99  -  Kontonummer :  010 009 629
Verwendungszweck :  "Brand"

Beispiel eines Containerdorfs, hier am Kindergarten Diemstraße, Wahlscheid

Der nächste notwendige Schritt zur Wiederaufnahme des kompletten Schulbetriebs vor Ort betrifft den Aufbau eines Containerdorfs zur Aufnahme aller Klassen. Dieses soll nicht, wie zunächst angedacht, auf dem noch jungen Bolzplatz im Süden der Schule errichtet werden. Mangelnde Anschlußleitungen für Strom, Wasser und Abwasser verhindern diese Planung. Stattdessen wird die dreigeschossige Containeranlage auf dem Schulhof längs zur Krebsaueler Straße aufgebaut. Die Anschlußleitungen werden von der nahen Turnhalle dorthin geführt, zudem bekommt das Provisorium eine eigene Öl- oder Flüssiggas-Heizung. Die beidseitig von einem Treppenhaus gesäumte Anlage wird sieben Räume im Erdgeschoß und je sechs in den beiden Obergeschossen umfassen, die sich jeweils um einen zentralen Gang gruppieren. Nach den derzeit eingehenden Angeboten könne die Aufstellung in rund einer Woche beginnen, in vier Wochen soll es bezogen werden.

Lageplan des geplanten Containerstandorts - (Grundfoto : Stadt Lohmar)

Auch das weitere Vorgehen bezüglich des vom Brand schwer betroffenen Schulgebäudes wurde schon abgestimmt. Fest steht, daß das Gebäude keinen Totalschaden erlitten hat, sondern weitergenutzt werden kann. Im Erdgeschoß gab es kaum Feuer-, sondern nur Löschwasserschäden. Auch das Mittelgeschoß blieb vom Feuer weitgehend verschont. Daher soll insbesondere das 2. Obergeschoß sowie der dreiteilige Dachstuhl - soweit er nicht ohnehin eingestürzt ist - komplett zurückgebaut werden. Dies wird die Versicherung im Rahmen einer Abtretung selbst vornehmen lassen. Im Anschluß werden diese Gebäudeteile wieder aufgestockt, um die alte Kubatur des Gebäudes wiederherzustellen.

Zur Durchführung des Rückbaus und der Aufstockung wird das gesamte Schulgebäude mit einem riesigen Zeltdach überdeckt, um es vor weiteren Witterungseinflüssen zu schützen. In Ermangelung des eingestürzten Dachstuhls kann Regenwasser derzeit ungehindert eindringen. In rund zwei Wochen soll ein rund um das Gebäude plaziertes Gerüst, das auch das provisorische Dach tragen wird, stehen. Im Anschluß wird der Rückbau der zerstörten oder beschädigten Gebäudeteile beginnen. Rund ein Jahr soll der Wiederaufbau nach der Brandschadensanierung in Anspruch nehmen. Die Schadenshöhe an der Bausubstanz wird gemäß der Angaben der Brandgutachter weiterhin mit 1,5 Millionen Euro beziffert. Die Versicherung  wollte sich hierzu noch nicht äußern.

Neben dem nebst Inventar versicherten Gebäudeschaden kommen aber auch Kosten auf die Stadt zu. So sind die von der Versicherung abgedeckten Nebenkosten auf nur 25.000 Euro gedeckelt. Die Anlieferung, der Auf- und Abbau sowie die Miete des Containerdorfs dürften ein Vielfaches davon betragen. Noch unklar ist auch, inwieweit die benachbarte Sportanlage unter dem Brand und den Löscharbeiten gelitten hat. Der Kunstrasenplatz muß hierzu noch begutachtet werden. Auf dem unmittelbar hinter dem Schulgebäude gelegenen Kleinspielfeld, das ebenfalls mit einem Kunstrasen belegt ist, hatten in der Nacht mehrere Löschfahrzeuge und eine der Drehleitern Aufstellung nehmen müssen, Schäden sind nicht auszuschließen. (cs)

Ansicht des Schulgebäudes vor dem Brand  (Archivfoto)
In diesen Zustand soll das Schulgebäude zurückversetzt werden - ob es nochmals eine Holzverkleidung geben wird, dürfte jedoch fraglich sein

 

26. Januar 2011