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Polizei verstärkt Verkehrskontrollen von Zweiradfahrern

Ein Polizeibeamter schaut mit einem Auge durch das Meßgerät, das das Format einer Zigarrenschachtel hat
Mit Handmeßgeräten neuer Generation kann das Tempo eines Fahrzeugs in einer Entfernung von bis zu einem Kilometer gemessen werden

Sorge um die Sicherheit von Motorradfahrern hat die Kreispolizeibehörde. Auch wenn in diesem Jahr noch kein Motorradfahrer im rechtsrheinischen Rhein-Sieg-Kreis ums Leben kam (2007 waren es vier bis zur Jahresmitte), so stieg die Zahl der verunglückten Kradfahrer im ersten Halbjahr dieses Jahres um 20 Prozent auf 60 an. Zwei Drittel der Unfälle ereigneten sich bei Freizeit-Fahrten zwischen Freitag und Sonntag. In 60 Prozent der Fälle waren die Zweiradfahrer selbst für die Unfälle verantwortlich, an Wochenenden liegt die Quote noch höher. Im vergangenen Jahr lag dieser Wert bei nur 47 Prozent. Hauptunfallurache ist überhöhte Geschwindigkeit. Grund genug für die Polizei, die Kontrollen - insbesondere auf den beliebten Motorradrouten zwischen Troisdorf und Windeck - zu verstärken.

Kontrollstelle im Jabachtal
Im Polizeiwagen wurden den "Temposündern" Unfallvideos vorgeführt

Am vergangenen Freitag stand erneut die von Lohmar nach Neunkirchen führende Jabachtalstraße (B 507) im Focus der Beamten. Im Beisein geladener Pressevertreter mußten die Polizisten schon nach kurzer Zeit einen neuen Negativ-Rekordhalter an der Kontrollstelle anhalten. Der Kradfahrer war auf der Strecke, die eine Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h ausweist, mit 137 km/h geblitzt worden. Er übertraf damit den bislang Schnellsten 2008 um 6 km/h. Bei der Ahndung macht dies keinen Unterschied, beide müssen mindestens 275 Euro zahlen, erhalten 4 Punkte in der Verkehrssünder-Kartei und müssen zwei Monate auf ihren Führerschein verzichten.

Diesmal war es ein 52-jähriger Motorradfahrer, was ins statistische Bild paßt. Oft sind es Wiedereinsteiger im Alter von über 40 Jahren, die betroffen sind. So gehören zwei Drittel der verunglückten Fahrer dieser Altersklasse an. Es sind auch nicht vorrangig auswärtige Fahrer aus Köln oder dem Ruhrgebiet, für die die kurvigen Bergstraßen eher ungewohnt sind, die in Unfälle verwickelt sind. 75 Prozent der Verunglückten stammen aus dem Gebiet des Rhein-Sieg-Kreises selbst. Eine neue Entwicklung beobachtet die Polizei dabei durch die steigenden Benzinpreise :  Die verbrauchsgünstigeren Motorräder werden mehr und mehr nicht nur in der Freizeit, sondern auch für die Fahrt zur Arbeit genutzt.

Bei der Kontrolle im Jabachtal fielen der Polizei ein knappes Dutzend Verkehrsteilnehmer mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit auf. Neben Motorradfahrern, denen die Kontrolle vornehmlich galt, waren auch Autofahrer darunter. Unter den Kradfahrern war auch einer, der nicht nur das Tempolimit überschritten hatte, sondern zusätzlich in einer Kurve bei durchgezogener Mittellinie überholt hatte. Alle gestoppten Temposünder wurden über die Gefahren ihrer Handlungen belehrt, wobei auch Videos von Motorradunfällen gezeigt wurden. Nach 90 Minuten wurde die Kontrollstelle an einen anderen Ort verlagert, Destination unbekannt.

Video-Aufzeichnungstechnik im Koffer des 'Provida'-Motorrades

Doch nicht nur vom Fahrbahnrand, auch von der Fahrbahn selbst kontrolliert die Polizei die Verkehrsteilnehmer. Die Polizeibehörden aus dem Rhein-Sieg-Kreis, dem Rheinisch-Bergischen Kreis und dem Oberbergischen Kreis haben gemeinsam ein Überwachungs-Motorrad angeschafft, das auffällige Auto- und Zweiradfahrer verfolgen und dabei filmen kann. Die Fahrer dieses 'Provida'-Krades wurden für ihre Einsatzfahrten nach einem Auswahltraining in den Behörden speziell geschult. Der schnellste auf diese Weise überführte Verkehrssünder war auf einer Landstraße mit Tempo 190 unterwegs. (cs)

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07. August 2008